G.T.S. – Vielfalt einer künstlerischen Handschrift

Bis in die 1960er-Jahre hinein war die Zeichnung die Grundlage der Werbung. Einer der letzten großen Vertreter dieser Kunst in Deutschland war Günther T. Schulz. Als Werbeillustrator war er richtungsgebend und verstand es wie kaum ein anderer, das Lebensgefühl des jeweiligen Jahrzehntes zu Papier zu bringen. Eine intensive Zusammenarbeit verband ihn mit den Reemtsma Cigarettenfabriken, deren Bildsprache er drei Jahrzehnte lang prägte. Auch für den Axel Springer Verlag war er in großem Umfang tätig. Er entwickelte das erste BILD-Zeitungslogo. Mit seinen Initialen G.T.S. wurde er selbst zum Markenzeichen.
Günther T. Schulz war Werber von Beruf, seine Passion blieb jedoch das Zeichnen. Es war für ihn ein unverzichtbares Exerzitium und zugleich die Basis für seine Auftragsarbeiten. Sein Vielfältiges Lebenswerk umfasst neben Gebrauchsgrafiken und Buchillustrationen auch zahlreiche freie Arbeiten. Zwischen G.T.S. und dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg besteht eine facettenreiche Verbindung. Mit seiner Tätigkeit für den Axel Springer Verlag schlägt er eine Brücke zum Gründer dieses Hauses, Prof. Peter Tamm (1928-2016), der langjährige Vorstandsvorsitzende des Konzerns. Zudem eint sie die Leidenschaft für das Maritime, das im Werk von G.T.S. über Jahrzehnte präsent ist. Das Maritime Museum Hamburg zeigt eine Auswahl aus dem Nachlass von Günther T. Schulz, den sein Enkel Nicolas Stampe in Hamburg bewahrt.

Die Ausstellung wurde durch die Unterstützung der Axel Springer Stiftung gefördert und von Erma Schmidt-Stärz und Nicolas Stampe kuratiert.

200 Jahre Reederei F. Laeisz

Alles begann 1824 in Hamburg mit einem Geschäft für Zylinderhüte. Daraus wurde in wenigen Jahrzehnten eine der bedeutendsten und heute ältesten Reedereien der Hansestadt Hamburg. Das Haus F. Laeisz unterhielt bald Schiffsverbindungen in die ganze Welt und beteiligte sich an der Gründung namhafter weiterer Reedereien, darunter die Hamburg Süd und die Hapag. Große Bekanntheit erlangte das Unternehmen für seine Flying-P-Liner, schnelle Segelschiffe, die noch bis in die 1930er Jahre vor allem in der Weizenfahrt nach Australien und die Route rund Kap Hoorn an die Westküste Südamerikas berühmt und bewundert wurden. Später stieg die Reederei groß in den Handel mit Bananen und anderen Kühlladungen ein. Heute setzt F. Laeisz voll auf Zukunft. Große Autofähren, Bulker und Gastanker prägen die Flotte. Immer wichtiger wird hierbei der Flüssiggastransport und für neue Generationen von Schiffen moderne Dual-Fuel Antriebe und die Reduzierung ihres CO2-Ausstoßes. Die Zukunft, so ist man sich im Unternehmen sicher, wird Chemikalien wie Grünem Methanol und Grünem Ammoniak als Treibstoffe für große Seeschiffe gehören.
Spiegel der Welt

Das älteste Kunstwerk der Ausstellung ist annähernd 400 Jahre alt; das jüngste wurde 1892 gemalt. Die Sonderausstellung „Spiegel der Welt“ des Internationalen Maritimen Museums Hamburg (IMMH) wirft Schlaglichter auf Seestücke aus drei Jahrhunderten. Vom 8. Dezember 2023 bis 14. April 2024 spiegeln rund 50 Gemälde die politische und kulturelle Bedeutung des Meeres wider. Einige der historischen Werke sind erstmals öffentlich zu sehen.
„Wir wollen nicht nur maritime Kunst zeigen“, sagte Museumsvorstand Peter Tamm, „sondern diese mit dem politischen Rahmen der jeweiligen Zeit verknüpfen.“ Geburtsland der Seestücke, so die Bezeichnung, sind die Niederlande. Dort entstand Marinemalerei für das Bürgertum. Vorher wurden Aufträge meist von gut betuchten Mäzenen erteilt.
Kurator der Ausstellung ist Patrick Rivière. Der Kunsthistoriker ist ebenfalls verantwortlich für ein 100 Seiten starkes, zweisprachiges Ausstellungs-Booklet. Interessierte können zudem QR-Codes für nähere Einblicke in alle Bereiche der Ausstellung nutzen. Der Museums-Eintritt beinhaltet einen Besuch der Sonderausstellung.
Die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg
Die Ausstellung zum 150-jährigen Jubiläum der Hamburg Süd ist der vorläufige Höhepunkt einer umfangreichen Zusammenarbeit zwischen der Reederei und dem Museum.2019 wurde dafür eine Kooperation mit der Hamburger Reederei beschlossen. Ziel ist es, die Geschichte in Form einer Dauerausstellung der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die Finanzierung der mehrjährigen Vorarbeiten und der Ausstellungen ist durch eine bedeutende Spende der Familie Oetker sichergestellt, in deren Eigentum sich die Hamburg Süd über acht Jahrzehnte befand. Schon Ende 2019 hat die Zusammenarbeit der Partner sichtbare Spuren hinterlassen. Damals gingen zwei „Schwergewichte“ der historischen Schiffsmodellsammlung der Hamburg Süd im Museum vor Anker. Die „Cap Arcona“ aus dem Jahr 1927 zählt ebenso wie die „Cap Polonio“ aus dem Jahr 1914 zu den wichtigsten historischen Schiffsmodellen weltweit. Für den Einzug der außergewöhnlichen Exponate in das Maritime Museum waren wegen einer Größe von 5,40 und 4,00 Metern Länge aufwendige Kranarbeiten über die Außenfassade des Museums erforderlich.
Neu hinzugekommen ist auch das Original-Werftmodell der „San Nicolas“ von Blohm & Voss aus dem Jahr 1897, das wie die anderen Modelle auf Deck 6 die Besucher fasziniert. Dort befindet sich ab Ende September auch eine Installation, die die Geschichte der Kühlschifffahrt anhand unterschiedlicher Schiffsmodelle erklärt. Die Installation entstand ebenfalls im Zuge dieser Zusammenarbeit zwischen Museum und Reederei.
Die Sonderausstellung „Hamburg Süd – 150 Jahre auf den Weltmeeren“ wird vom 4. November 2021 bis zum 11. September 2022 auf Deck 1 des Internationalen Maritimen Museum gezeigt. Der Besuch ist im Eintrittspreis des Museums enthalten.
Presseinformationen
Deutschlands Staatsspitze zu Gast im Internationalen Maritimen Museum Hamburg
Wenn Hamburg Moin zu Deutschland sagt, darf das traditionsgemäß durchaus später am Tag sein. Unter diesem Motto setzten sich die Spitzen des Staates am Vorabend des 3. Oktober im Internationalen Maritimen Museum (IMMH) gemeinsam zu Tisch. Neben Speis und Trank wurden Informationen serviert. Im Blickpunkt stand die Hanse. Gastgeber im Kaispeicher B war Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher. Neben dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz standen führende Repräsentanten von Bundestag, Bundesrat, Bundesverfassungsgericht und den 16 Bundesländern auf der namhaften Gästeliste.
„Dass Einheit stark macht, ist historisch bewiesen“, sagte Museumsvorstand Peter Tamm am Rande des illustren Termins im IMMH. „Die Hanse als friedliches Bündnis ist ein starkes Beispiel.“ Auf dem Programm am Abend vor dem Tag der Deutschen Einheit stand auch ein Rundgang durch einen Teil der Ausstellung. Ein imposantes Beispiel aus der Vergangenheit der Freien und Hansestadt schwebt im Lichthof der Institution unübersehbar: ein 3,5 Meter langes Modell der „Wapen von Hamburg III“. Das mit 52 Kanonen bestückte Konvoischiff lief anno 1722 an der Elbe vom Stapel. Es schützte die Hamburger Handelsflotte vor Angriffen auf See. Auf Deck 2 des Internationalen Maritimen Museums sorgt die von Ingo Drössler gebaute Nachbildung einer Hanse-Kogge aus dem 14. Jahrhundert für Aufmerksamkeit. Vorlage des Modells ist ein altes Koggensiegel.
„Deutschland zur See. 175 Jahre Marine“
Mit einer beeindruckenden Mehrheit der Nationalversammlung am 14. Juni 1848 in Frankfurt und einem Etat von sechs Millionen Talern begann vor 175 Jahren die Geschichte der deutschen Marinen. Nach dem Scheitern der ersten Flotte 1849 wurden nach und nach acht weitere gegründet. Sie spiegeln die Entwicklung, Fehlentwicklung und die Tragödien deutscher Geschichte wider.
Eine Sonderausstellung im Internationalen Maritimen Museum Hamburg widmet sich vom 16. Juni bis 5. November 2023 dem aktuellen Thema. Im Blickpunkt stehen Anspruch und Wirklichkeit dieser Marinen in unterschiedlichen Epochen. Ein Großteil der Exponate auf Deck 1 der Institution in der HafenCity wird erstmals gezeigt. Das Motto ist Programm: „Deutschland zur See. 175 Jahre Marine“.
Deutschland zur See
„Statt falscher Glorifizierung gibt es eine historische Einordnung und einen Überblick über fast zwei Jahrhunderte Seestreitkräfte in Deutschland“,
sagte Museums-Vorstand Peter Tamm bei der Präsentation der Ausstellungspläne. Dazu gehören neben Schiffsmodellen, Urkunden und kaiserlichen Flottentabellen ein Original der Gründungsurkunde der Parlamentsmarine von 1848, das Tagebuch eines Leutnants von anno 1862 sowie die Beschwerde eines „besonderen“ Kadetten aus dem Jahr 1866 an das Bordkommando der „Gazelle“. Gesetzblätter, Gästebücher, Gemälde und Fotos runden eine maritime Attraktion ab.
Weitere Schwerpunkte bilden die Bundesflotte von 1848/49, die Preußische Marine bis 1871 sowie die Kaiserliche Marine zwischen 1872 und 1914. Zuvor, im Frühjahr des Revolutionsjahrs 1848, hatte die konstituierende Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche den Start einer deutschen Marine beschlossen. Die erste gesamtdeutsche parlamentarische Versammlung ließ das Projekt „mit einer an Stimmeneinhelligkeit grenzenden Majorität“ als „Reichsinstitution“ vom Stapel – wie Chronisten festhielten.
Der Erinnerung an historische Tragödien, die mit der Marine des Kaisers, der Reichs- und Kriegsmarine und ihrem Anteil an zwei Weltkriegen verbunden bleiben, wird in der rund 300 Quadratmeter umfassenden Sonderausstellung Raum und Aufmerksamkeit zuteil. Seit 1990 dokumentiert die Deutsche Marine die Neuzeit im Bündnis – und im Frieden.
Zu den Exponaten aus der Anfangsperiode zählen das Bild des 1848 in Dienst gestellten Raddampfers mit Segeln („Preußischer Adler“) und die Korvette „Frankfurt“ der Bundesflotte von 1849. Einen historischen Überblick bietet das zur Ausstellung in einer Neuauflage veröffentlichte Buch des Autors Guntram Schulze-Wegener. Es trägt den Titel des Ereignisses im Maritimen Museum: „Deutschland zur See. 175 Jahre Marine“.
Die Ausstellungseröffnung
Am Vorabend der Ausstellungseröffnung luden der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christoph Kaack, der Deutsche Marinebund und das Maritime Museum zu einem gemeinsamen Empfang mit gut 400 Gästen, bei dem der Inspekteur der Marine das Grußwort sprach und einen Ausblick auf die zukünftige Strategie der Deutschen Marine gab.
„Deutschland zur See. 175 Jahre Marine“. 16. Juni bis 5. November 2023. Internationales Maritimes Museum Hamburg, Kaispeicher B, Koreastraße 1, 20457 Hamburg. Täglich 10 bis 18 Uhr.
Der Museumseintritt beinhaltet einen Besuch der Sonderausstellung.
Die Sonderausstellung wurde gefördert von
LOEWE MARINE GmbH & Co. KG
Mittler Report Verlag GmbH
WISKA Hoppmann GmbH
Das Buch „Deutschland zur See. 175 Jahre Marine“
Das Buch „Deutschland zur See. 175 Jahre Marine“ von Historiker Guntram Schulze-Wegener, erschienen im Mittler Verlag, informiert ausführlich über das Thema und ist im Museumsshop erhältlich.
175 Jahre Hapag-Lloyd
Am 27. Mai 1847 wurde die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt Actien Gesellschaft (Hapag) gegründet. Die Erfolgsgeschichte der Reederei beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts mit der ersten großen Welle der europäischen Auswanderung nach Nordamerika und dem zunehmenden Fracht- und Packetverkehr (Post) mit den USA. Die Hapag war wegen ihrer soliden Geschäftspolitik, die stets vorrangig an Qualität gebunden blieb, gegen die nationale und internationale Konkurrenz erfolgreich. Man setzte weniger auf den Schnelldampferverkehr, sondern eher auf kombinierte Fracht- und Passagierschiffe, deren Kapazität beständig wuchs. Die wenigen schwimmenden Paläste der Hapag, wie die drei Schiffe der „Imperator“-Klasse, waren eher Prestigeobjekte. Kurz vor der Jahrhundertwende erreichte die Gesellschaft unter ihrem Generaldirektor Albert Ballin (1857-1918) die größte Tonnage aller Schifffahrtsgesellschaften.
Als Folge der beiden Weltkriege verlor die Reederei ihre gesamte Flotte. Zweimal musste sie ihren Schiffsbestand und ihre Liniendienste von Null an wieder aufbauen. Wie bereits nach dem Ersten Weltkrieg unternahmen die in einem konkurrierenden Miteinander stehende Hapag und der Norddeutsche Lloyd, Bremen, den Neustart nach 1950 größtenteils gemeinsam. Als gegen Ende der 1960er Jahre der Containerverkehr rasant anwuchs und hohe Investitionen in Container und neue Schiffe erforderte, bündelten beide Reedereien ihre Kräfte. 1970 fusionierten sie zur Hapag-Lloyd AG. Hapag-Lloyd hat sich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich in ein international organisiertes, modernes, nachhaltig agierendes Unternehmen gewandelt. In ihrem Bestreben um Exzellenz ist sich die Reederei jedoch treu geblieben. Heute zählt der international vernetzte Unternehmensverbund eine Flotte von 250 Containerschiffen, ein jährliches Transportvolumen von zwölf Millionen TEU und über 13.000 Mitarbeiter in 129 Ländern.
Die Sonderausstellung
Das Internationale Maritime Museum Hamburg hat aus seinem Archiv faszinierende und teilweise noch nie öffentlich gezeigte Dokumente und Exponate zusammengestellt, um eine Sonderausstellung zu präsentieren, die der Geschichte einer Hamburger Institution würdig ist. Am Beispiel von Hapag-Lloyd wird die Geschichte der modernen Handelsschifffahrt deutlich. Sie reicht von der Auswanderung nach Nordamerika in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Globalisierung ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die Sonderausstellung „175 Jahre Hapag-Lloyd“ wird vom 31. Mai bis zum 18. September 2022 auf Deck 1 des Internationalen Maritimen Museum gezeigt. Der Besuch ist im Eintrittspreis des Museums enthalten.
Das Buch zur Ausstellung können Sie hier oder vor Ort in der WEDE Fachbuchhandlung erwerben.
Presseinformationen
- Pressemitteilung zur Sonderausstellung „175 Jahre Hapag Lloyd“


150 Jahre auf den Weltmeeren, am 4. November
Am 4. November, dem Gründungstag der Hamburg Süd, wird im Internationalen Maritimen Museum Hamburg die lang erwartete Sonderausstellung „HAMBURG SÜD – 150 Jahre auf den Weltmeeren“ eröffnet. An diesem Tag ist das Museum von 10 Uhr bis 20 Uhr geöffnet.
Auf Deck 1 wird in fünf zeitlichen Abschnitten von der Gründung 1871 bis zur Gegenwart die Geschichte dieser bedeutenden Hamburger Reederei dargestellt. Präsentiert werden u.a. die Gründungsurkunde der Hamburg Süd, der Sondervertrag mit Kaiser Dom Pedro II von Brasilien aus dem Jahr 1888, verschiedene historische Schiffsmodelle, die die Entwicklung der modernen Handelsschifffahrt aufzeigen, bisher nie öffentlich gezeigte Gemälde, Plakate der unterschiedlichsten Passagierschiffsreisen aus vier Jahrzehnten, Fotoalben, Audio und Videomaterial und als „kleines“ Highlight die Geschichte der Hamburg Süd auf einem Zeitstrahl anhand von Miniaturschiffsmodellen im Maßstab 1:1250. Darunter auch eine Miniatur des Dampfers Rio, dem allerersten Schiff der Hamburg Süd Reederei, die unser Freund, der Miniaturkünstler Carlo Marquardt, speziell für diesen Anlass geschaffen hat.
Im Jahr 2019 hatten die Hamburg Süd und das IMMH eine Kooperation für die Erschließung und Präsentation der historischen Sammlung der Reederei beschlossen. Ziel dieser Kooperation ist es, die Geschichte der 1871 gegründeten Hamburg Süd anhand von Schiffsmodellen, Bildern, Plakaten und Schriftstücken sowie weiteren Exponaten als Dauerausstellung einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Die Sonderausstellung zum 150-jährigen Jubiläum der Hamburg Süd wird zehn Monate, bis zum 11. September 2022 im IMMH zu sehen sein. Sie wird begleitet durch regelmäßige Führungen, für die eine Anmeldung erforderlich ist. Anschließend geht die Ausstellung auf Reisen nach Südamerika, wo sie an geschichtsträchtigen Orten der Hamburg Süd in Argentinien und Brasilien zu sehen sein wird.
Ermöglicht wurden die mehrjährigen Vorarbeiten und die Ausstellungen im Internationalen Maritimen Museum Hamburg durch eine Förderung der Dr. August Oetker KG, Bielefeld. Die Hamburg Süd befand sich mehr als acht Jahrzehnte, bis zu ihrem Verkauf Ende 2017 an die dänische Maersk Gruppe, im Besitz der Familie Oetker.
Die Sonderausstellung „Hamburg Süd – 150 Jahre auf den Weltmeeren“ wird vom 4. November 2021 bis zum 11. September 2022 auf Deck 1 des Internationalen Maritimen Museum gezeigt. Der Besuch ist im Eintrittspreis des Museums enthalten.
150 Jahre Hamburg Süd
Die Geschichte der Hamburg Süd
Hier wird die Erfolgsgeschichte der Hamburg Süd als zweitgrößte deutsche Linienreederei von ihrer Gründung am 4. November 1871 bis zur Gegenwart erzählt. Die Reederei hat globale maritime Geschichte geschrieben. In der Ausstellung werden die wichtigsten internationalen Ereignisse der letzte 150 Jahre betrachtet. Hamburg Süd brachte eine kommerzielle und menschliche Verbindung zwischen Europa und Südamerika auf den Weg, die bis heute Bestand hat. Die Einflussbereiche und die Zweige der Logistikkette, die die Reederei bedient, wurden über Jahrzehnte kontinuierlich erweitert. In der Passagierschifffahrt war die Hamburg Süd Protagonistin der Auswanderungswellen von Europa nach Südamerika über die Südatlantik Linie während des Goldenen Zeitalters der Ozeanriesen.
Durch die beiden Weltkriege gab es zwei Totalverluste ihrer Flotte, mit einem jeweils gelungenen Wiederaufbau. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts besaß die Hamburg Süd mit Schiffen wie der „Cap San Diego“ – heute als Museumsschiff im Hamburger Hafen erhalten – eine hochentwickelte Flotte an Stückgutfrachtern, bevor später erfolgreich auf Containerschifffahrt umgestellt wurde.
Die Geschichte der Hamburg Süd ist aber damit noch lange nicht zu Ende. In den letzten 20 Jahren zählte die Reederei nicht nur aufgrund von Akquisitionen, wie z. B. der brasilianischen Aliança, den Liniendiensten von Kien Hung aus Taiwan oder den Linienaktivitäten von Costa Container Lines, zu den zehn größten Container-Reedereien der Welt, sondern auch durch gezieltes, organisches Wachstum. Die Hamburg Süd gilt als einer der führenden Anbieter in den Nord-Süd-Verkehren mit einem ganz besonderen Know-how im Transport empfindlicher Güter, speziell im Bereich der Kühlladung. Im Jahr 1936 beteiligte sich das Unternehmen Dr. August Oetker mit einem Aktienpaket von 25 Prozent an der Hamburg Süd, 1955 erfolgte die vollständige Übernahme durch die Oetker-Gruppe. Ende 2017 dann der Verkauf an die dänische A.P. Møller – Mærsk Gruppe.
Eine Sonderausstellung der Superlative
Die Sonderausstellung „Hamburg Süd – 150 Jahre auf den Weltmeeren“ erzählt die Geschichte anhand einer Vielzahl von einzigartigen Exponaten, die teilweise aus der ganzen Welt ins Maritime Museum verschifft wurden. Die Exponate werden im Rahmen einer spektakulären Ausstellungsarchitektur präsentiert, um das 150-jährige Jubiläum der Reederei würdig zu feiern.
Das Team des Museums hat ein Projekt vollendet, auf das wir alle stolz sein können. Wir können es kaum abwarten, es unseren Museumsbesuchern zu präsentieren. Die Bandbreite der Exponate reicht von der Gründungsurkunde der Hamburg Süd, über den Sondervertrag mit dem brasilianischen Kaiser Dom Pedro II aus dem Jahr 1888 bis hin zu Plakaten der unterschiedlichsten Passagierschiffsreisen aus vier Jahrzehnten. Präsentiert werden außerdem bisher nie öffentlich gezeigte Gemälde, auch von den ersten Schiffen der Hamburg Süd aus dem Jahr 1873, sowie Fotos und Schiffsmodelle der unterschiedlichen Epochen. Angereichert werden die Exponate u.a. durch Fotoalben mit Reiseerzählungen verschiedener Passagiere und Zeitzeugen, Audio- und Videomaterial.
Pünktlich zum Firmenjubiläum und zur Ausstellungseröffnung erscheint im Koehler Verlag die Publikation „Hamburg Süd – 150 Jahre auf den Weltmeeren / Die Geschichte einer großen Reederei“ für alle, die sich eingehender mit der Geschichte der Reederei befassen möchten. Wir arbeiten zudem daran, ein ausführliches Begleitprogramm aus Führungen und Veranstaltungen zu organisieren.
Zehn Monate wird die Ausstellung auf Deck 1 im Internationalen Maritimen Museum gezeigt. Im Anschluss geht die Ausstellung auf die Reise nach Südamerika. Hier wird sie an geschichtsträchtigen Orten der Hamburg Süd in Argentinien und Brasilien zu sehen sein.
Die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg
Die Ausstellung zum 150-jährigen Jubiläum der Hamburg Süd ist der vorläufige Höhepunkt einer umfangreichen Zusammenarbeit zwischen der Reederei und dem Museum. 2019 wurde dafür eine Kooperation mit der Hamburger Reederei beschlossen. Ziel ist es, die Geschichte in Form einer Dauerausstellung der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die Finanzierung der mehrjährigen Vorarbeiten und der Ausstellungen ist durch eine bedeutende Spende der Familie Oetker sichergestellt, in deren Eigentum sich die Hamburg Süd über acht Jahrzehnte befand. Schon Ende 2019 hat die Zusammenarbeit der Partner sichtbare Spuren hinterlassen. Damals gingen zwei „Schwergewichte“ der historischen Schiffsmodellsammlung der Hamburg Süd im Museum vor Anker. Die „Cap Arcona“ aus dem Jahr 1927 zählt ebenso wie die „Cap Polonio“ aus dem Jahr 1914 zu den wichtigsten historischen Schiffsmodellen weltweit. Für den Einzug der außergewöhnlichen Exponate in das Maritime Museum waren wegen einer Größe von 5,40 und 4,00 Metern Länge aufwendige Kranarbeiten über die Außenfassade des Museums erforderlich.
Neu hinzugekommen ist auch das Original-Werftmodell der „San Nicolas“ von Blohm & Voss aus dem Jahr 1897, das wie die anderen Modelle auf Deck 6 die Besucher fasziniert. Dort befindet sich ab Ende September auch eine Installation, die die Geschichte der Kühlschifffahrt anhand unterschiedlicher Schiffsmodelle erklärt. Die Installation entstand ebenfalls im Zuge dieser Zusammenarbeit zwischen Museum und Reederei.
Die Sonderausstellung „Hamburg Süd – 150 Jahre auf den Weltmeeren“ wird vom 4. November 2021 bis zum 11. September 2022 auf Deck 1 des Internationalen Maritimen Museum gezeigt. Der Besuch ist im Eintrittspreis des Museums enthalten.
Ein Kutter zum Selberbauen!

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“
-Antoine de Saint-Exupéri, „Die Stadt in der Wüste“.
Dieses Zitat hat das Maritime Museum bereits seit seiner Entstehungsphase begleitet. Der Wunsch, Sehnsucht nach dem Meer und der Schifffahrt zu wecken, war und bleibt eines der wichtigsten Anliegen der Peter Tamm Sen. Stiftung. Die in diesem Jahr erstmalig stattfindenden Internationalen Schiffsmodellbautage Hamburg sollen dazu beitragen. Schon der Bau eines kleines Modellschiffes kann diese Sehnsucht wecken. Deshalb haben wir uns mit unseren Partnern, dem Hamburger Modellbaubogen Verlag und dem Hamburger Abendblatt, zusammengetan und die Vorlage für den IMMH-Kutter produziert.
Am 17. August erscheint der Bogen als Beilage in der Freitagsausgabe des Hamburger Abendblatt. Das ist genau vier Wochen bevor die Internationalen Schiffsmodellbautage Hamburg stattfinden. Also ausreichend Zeit für junge, aufstrebende Modellbauer, vielleicht mit etwas elterlicher Unterstützung das Kartonmodell fertigzustellen. Der selbstgebaute Kutter gilt übrigens für Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren als Eintrittskarte für die Internationalen Schiffsmodellbautage Hamburg im IMMH am 15. und 16. September 2018!
Alle anderen Besucher erhalten während der beiden Modellbautage 50% Rabatt auf die regulären Eintrittspreise des Museums.
„Royal Visit“ im Museum

Pünktlich um 12:45 Uhr kamen der Herzog und die Herzogin von Cambridge an den Kanonen von Lord Nelsons Foudroyant an, welche den Haupteingang des Museums schmücken. Bei diesen über 200 Jahre alten Zeugen der britischen maritimen Geschichte, wurden die Royals vom Ersten Bürgermeister Hamburgs, Olaf Scholz, und Peter Tamm, Leiter des IMMH, begrüßt. Anwesend waren auch zahlreiche Vertreter der internationalen Presse und eine Menge an Schaulustigen, die teilweise seit Stunden auf das sympathische königliche Paar gewartet hatten. Die Stimmung war großartig und sogar das Wetter spielte mit.

Meeresforschung
Als nächstes ging das königliche Ehepaar zu Deck 2, wo sie auf Wissenschaftler und Studierende trafen, die ihnen verschiedene Projekte des deutsch-britischen Wissenschaftsjahrs 2016-2017 präsentierten.
Das Wissenschaftsjahr 2016-2017 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung läuft unter die Motto „Meere und Ozeane“ und wird unterstützt vom Konsortium Deutsche Meeresforschung. Das KDM ist der Zusammenschluss aller großen deutschen Forschungseinrichtungen auf den Gebieten der Meeres-, Polar- oder Küstenforschung. Es arbeitet seit Jahren mit dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg eng zusammen.
Eindrücke, die bleiben werden
Im Anschluss gab es Zeit für eine Pause im „schwimmenden Klassenzimmer“ auf Deck 1, gleich neben unserer beliebten Queen Mary 2 aus LEGO. Nach knapp über einer Stunde ging es für William und Kate weiter zum nächsten Termin in die Elbphilharmonie. Doch der Besuch der Royals im Maritimen Museum wird keiner so schnell vergessen.
Für das Team des IMMH ist es eine Ehre und eine Freude gewesen, Prince William und Catherine von Cambridge empfangen zu dürfen.


















