175 Jahre Hapag-Lloyd
Am 27. Mai 1847 wurde die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt Actien Gesellschaft (Hapag) gegründet. Die Erfolgsgeschichte der Reederei beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts mit der ersten großen Welle der europäischen Auswanderung nach Nordamerika und dem zunehmenden Fracht- und Packetverkehr (Post) mit den USA. Die Hapag war wegen ihrer soliden Geschäftspolitik, die stets vorrangig an Qualität gebunden blieb, gegen die nationale und internationale Konkurrenz erfolgreich. Man setzte weniger auf den Schnelldampferverkehr, sondern eher auf kombinierte Fracht- und Passagierschiffe, deren Kapazität beständig wuchs. Die wenigen schwimmenden Paläste der Hapag, wie die drei Schiffe der „Imperator“-Klasse, waren eher Prestigeobjekte. Kurz vor der Jahrhundertwende erreichte die Gesellschaft unter ihrem Generaldirektor Albert Ballin (1857-1918) die größte Tonnage aller Schifffahrtsgesellschaften.
Als Folge der beiden Weltkriege verlor die Reederei ihre gesamte Flotte. Zweimal musste sie ihren Schiffsbestand und ihre Liniendienste von Null an wieder aufbauen. Wie bereits nach dem Ersten Weltkrieg unternahmen die in einem konkurrierenden Miteinander stehende Hapag und der Norddeutsche Lloyd, Bremen, den Neustart nach 1950 größtenteils gemeinsam. Als gegen Ende der 1960er Jahre der Containerverkehr rasant anwuchs und hohe Investitionen in Container und neue Schiffe erforderte, bündelten beide Reedereien ihre Kräfte. 1970 fusionierten sie zur Hapag-Lloyd AG. Hapag-Lloyd hat sich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich in ein international organisiertes, modernes, nachhaltig agierendes Unternehmen gewandelt. In ihrem Bestreben um Exzellenz ist sich die Reederei jedoch treu geblieben. Heute zählt der international vernetzte Unternehmensverbund eine Flotte von 250 Containerschiffen, ein jährliches Transportvolumen von zwölf Millionen TEU und über 13.000 Mitarbeiter in 129 Ländern.
Die Sonderausstellung
Das Internationale Maritime Museum Hamburg hat aus seinem Archiv faszinierende und teilweise noch nie öffentlich gezeigte Dokumente und Exponate zusammengestellt, um eine Sonderausstellung zu präsentieren, die der Geschichte einer Hamburger Institution würdig ist. Am Beispiel von Hapag-Lloyd wird die Geschichte der modernen Handelsschifffahrt deutlich. Sie reicht von der Auswanderung nach Nordamerika in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Globalisierung ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die Sonderausstellung „175 Jahre Hapag-Lloyd“ wird vom 31. Mai bis zum 18. September 2022 auf Deck 1 des Internationalen Maritimen Museum gezeigt. Der Besuch ist im Eintrittspreis des Museums enthalten.
Das Buch zur Ausstellung können Sie hier oder vor Ort in der WEDE Fachbuchhandlung erwerben.
Presseinformationen
- Pressemitteilung zur Sonderausstellung „175 Jahre Hapag Lloyd“


„Royal Visit“ im Museum

Pünktlich um 12:45 Uhr kamen der Herzog und die Herzogin von Cambridge an den Kanonen von Lord Nelsons Foudroyant an, welche den Haupteingang des Museums schmücken. Bei diesen über 200 Jahre alten Zeugen der britischen maritimen Geschichte, wurden die Royals vom Ersten Bürgermeister Hamburgs, Olaf Scholz, und Peter Tamm, Leiter des IMMH, begrüßt. Anwesend waren auch zahlreiche Vertreter der internationalen Presse und eine Menge an Schaulustigen, die teilweise seit Stunden auf das sympathische königliche Paar gewartet hatten. Die Stimmung war großartig und sogar das Wetter spielte mit.

Meeresforschung
Als nächstes ging das königliche Ehepaar zu Deck 2, wo sie auf Wissenschaftler und Studierende trafen, die ihnen verschiedene Projekte des deutsch-britischen Wissenschaftsjahrs 2016-2017 präsentierten.
Das Wissenschaftsjahr 2016-2017 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung läuft unter die Motto „Meere und Ozeane“ und wird unterstützt vom Konsortium Deutsche Meeresforschung. Das KDM ist der Zusammenschluss aller großen deutschen Forschungseinrichtungen auf den Gebieten der Meeres-, Polar- oder Küstenforschung. Es arbeitet seit Jahren mit dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg eng zusammen.
Eindrücke, die bleiben werden
Im Anschluss gab es Zeit für eine Pause im „schwimmenden Klassenzimmer“ auf Deck 1, gleich neben unserer beliebten Queen Mary 2 aus LEGO. Nach knapp über einer Stunde ging es für William und Kate weiter zum nächsten Termin in die Elbphilharmonie. Doch der Besuch der Royals im Maritimen Museum wird keiner so schnell vergessen.
Für das Team des IMMH ist es eine Ehre und eine Freude gewesen, Prince William und Catherine von Cambridge empfangen zu dürfen.
Die „Royals“ besuchen das Museum
Very British auf Deck 2
Bereits vor einigen Wochen haben wir angekündigt, dass unser Museum am 21. Juli erst um 14:00 Uhr öffnet. Nun dürfen wir den Grund dafür veröffentlichen: Mitglieder der englischen Königsfamilie werden das Museum besuchen. Wir freuen uns sehr, dass der Herzog und die Herzogin von Cambridge das IMMH als ersten Programmpunkt für ihren Besuch in Hamburg ausgewählt haben. Hier werden sie vom Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, empfangen. Im Museum führen sie Gespräche mit Forschern und Studierenden zum deutsch-britischen Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane.
Admiral Horatio Nelson freut sich bestimmt auch.
Der Empfang findet im Rahmen des deutschen Staatsbesuches von Prinz William und Herzogin Catherine statt. Hamburg wird nach Berlin und Heidelberg die letzte Station der dreitägigen Reise sein.
Laut Informationen, die wir aus dem Kensington-Palast erhalten haben, wird das Herzogenpaar von seinen Kindern, Prinz George und Prinzessin Charlotte, nach Deutschland begleitet. Ob die beiden Kinder mit in das IMMH kommen, wissen wir noch nicht. Wir würden uns als besonders familienfreundliches Museum darüber sehr freuen. Schließlich kann man nicht früh genug damit anfangen, sich mit der Schiffahrt zu beschäftigen.
Der Besuch des Herzogs und der Herzogin von Cambridge in Deutschland kann online mit dem Hashtag #RoyalVisitGermany2017 und #Freundship verfolgt werden. Das IMMH wird auf dieser Seite und auf Social Media (Twitter, Instagram, Facebook) berichten.
Die offizielle Pressemitteilung der britischen Botschaft und weitere Informationen unter„Pressetexte“.
Abschied von Prof. Peter Tamm
In der voll besetzten Nienstedtener Kirche würdigten Bürgermeister Olaf Scholz, Springer-Vorstand Dr. Mathias Döpfner und Wolfgang Müller, langjähriger Freund und Weggefährte, das Lebenswerk und besonders den Menschen Peter Tamm. Die Trauerrede hielt der frühere Michel-Hauptpastor Helge Adolphsen. Nach der Beisetzung, die im engsten Kreis stattfand, trafen sich die Familie und zahlreiche Trauergäste zu einem Empfang im Internationalen Maritimen Museum.
Wir möchten an dieser Stelle mit einigen Zitaten aus der sehr bewegenden Trauerfeier schließen:
„Ein zupackender Macher und Genießer, ein herausragender Verleger mit Rückgrat und klar geordnetem Kompass, aber auch ein besessener Sammler und Schifffahrtsfanatiker.“
Springer-Vorstand Dr. Mathias Döpfner
„Hamburg nimmt Abschied von einem Manager, Sammler und Mäzen, wie er in unserer Hafen- und Medienstadt einzigartig war. Peter Tamm war eine hanseatische Institution.“
Bürgermeister Olaf Scholz
„Wir wollen nicht trauern, dass wir ihn verloren haben, sondern dankbar sein dafür, dass wir ihn gehabt haben, ja und jetzt auch noch besitzen.“
Ehemaliger Michel-Hauptpastor Helge Adolphsen
„Nach einem sehr schwierigen Tag im Verlag legte Peter Tamm seinen Arm um mich und sagte ‚Das Leben geht weiter‘. Ich bin mir sicher, wenn er könnte, würde er jetzt den Arm um jeden von uns legen.“
Wolfgang Müller, langjähriger Freund und Weggefährte
Das Maritime Museum trauert
Prof. Peter Tamm wurde am 12. Mai 1928 in Hamburg geboren. Nach dem Krieg arbeitete er zuerst als Schiffsredakteur für das Hamburger Abendblatt, bevor er im Axel Springer Verlag Karriere machte. Bekannt wurde er als langjähriger Vorstandsvorsitzender des Axel Springer Verlages und rechte Hand von Axel Springer. Mit dem Verleger verband ihn bis zu dessen Tod eine respektvolle Freundschaft.
Als kleiner Junge bekam Peter Tamm von seiner Mutter ein Miniatur-Schiffsmodell geschenkt. Es sollte der Grundstock für die weltweit größte Privatsammlung zur Schifffahrts- und Marine-geschichte werden. Das kleine Modellschiff, die Tamm 1, ist heute im Kaispeicher B in der Hamburger HafenCity ausgestellt, als Teil eines einzigartigen, internationalen maritimen Museums mit Weltruf.
Es war Prof. Peter Tamm stets ein Anliegen, Geschichte für die nachfolgenden Generationen erfahrbar zu machen und zu erhalten. Ziel der 2008 gegründeten Peter Tamm Sen. Stiftung ist es, nachfolgende Generationen für die Seefahrt zu begeistern und ihnen deren Wichtigkeit für die Prosperität der Weltbevölkerung zu verdeutlichen.
Mit Prof. Peter Tamm verliert die Stiftung ihre Leitfigur, vielmehr aber auch einen Menschen mit Herz, der das WIR nicht nur eingefordert, sondern auch gelebt hat.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Peter Tamm Sen. Stiftung nehmen Abschied mit Trauer und Dankbarkeit, mit Bewunderung und Respekt.
Für alle, die ihrer Trauer Ausdruck verleihen möchten, liegt im Foyer des Museums ein Kondolenzbuch aus.
Österreicher ehren Prof. Peter Tamm
Für seine Verdienste um die österreichische Marinegeschichte hat Prof. Peter Tamm die höchste Auszeichnung des Österreichisches Marineverbandes erhalten. Er wurde mit dem Marinekreuz „Viribus Unitis“ („Mit vereinten Kräften“) in Gold mit Stern ausgezeichnet. Die Ehrung nahm der Präsident des Verbandes, Prof. Karl Skrivanek, im Internationalen Maritimen Museum vor. Anlass war die 150. Wiederkehr des Seegefechts bei Helgoland 1864. Damals kämpften österreichische und preußische Schiffe gegen die dänische Kriegsflotte. Der Österreichische Marineverband pflegt die Erinnerung an die heute fast vergessene, einstmals aber bedeutende Marine der Habsburger Monarchie. Sie bestand aus Angehörigen unterschiedlicher Nationalitäten und wurde nach dem Ende des 1.Weltkrieges aufgelöst.
Prof. Peter Tamm, dessen Museum über zahlreiche Exponate und Dokumente aus dieser Zeit verfügt, dankte dem Marineverband des südlichen Nachbarlandes für seine herausragende und völkerverständigende Geschichtsarbeit und Traditionspflege.




