Mode & Maritimes: "Culture Catwalk" noch bis 1.11.2026

Culture Catwalk – Mode trifft Maritimes
Was verbindet zeitgenössische Mode mit maritimen Objekten? Die Antwort lässt sich beim „Culture Catwalk“, einem Studienprojekt der AMD Akademie Mode und Design, im Internationalen Maritimen Museum Hamburg (IMMH) erleben
Die Studierenden bringen Alt und Neu in kreative Resonanz, indem sie einen Reigen schaffen aus klassischer Malerei, grobschlächtigen Antriebstechniken, rauen und feinen Materialien, ergänzenden und kontrastierenden Farbwelten. Dieser ist nun im IMMH zu sehen. „Culture Catwalk“ vereint junge Kreative aus den Studiengängen Modedesign, Designmanagement sowie Fashion Journalism & Communication und ist noch bis 01. November 2026 im IMMH zu sehen.
Insgesamt umfasst der „Culture Catwalk“ 15 Spots auf mehreren Decks. Hier finden Sie die Texte zu den jeweiligen Inszenierungen.
+++ DECK 2 +++
VON PULVER ZU PRETIOSEN (Spot 1)
Ein Dialog zwischen Form und Funktion
Was heute als zarte Schmuckästhetik erscheint, hatte einst eine überraschend praktische Funktion: Muscheln dienten im maritimen Kontext nicht nur als dekorative Naturformen, sondern auch als Behälter, etwa für Schießpulver. Ihre stabile, schützende Form machte sie zu nützlichen Objekten an Bord und Land – ein Sinnbild für eine Zeit, in der jedes Material bewusst genutzt wurde. Heute findet sich die Muschel in zeitgenössischen modischen Kreationen wieder. Ihre organische Struktur wird aufgegriffen und in rein dekorative Formen übersetzt. In Verbindung mit den historischen Exponaten stellt sich damit eine spannende Frage: Was wird hier eigentlich ausgestellt – eine Form, eine Funktion, oder vielleicht beides zugleich? So eröffnet Mode einen Dialog zwischen Schönheit, Nutzen und dem gestalterischen Prozess selbst, der je nach Kontext unterschiedlich interpretiert werden kann. Diesen Dialog greift auch Shell Couture von Sahra Chokr auf: Ausgangspunkt des Entwurfs ist die Muschel als funktionales wie ästhetisches Vorbild. In der Kreation selbst tritt die ursprüngliche Funktion zurück – übrig bleibt ein rein ästhetisches Detail, das durch seine natürliche Eleganz und organische Form überzeugt.
TAUWERK ALS TRÄGER VON GESCHICHTE UND STIL (Spot 2)
Zwischen maritimer Handwerkskunst & moderner Modeinszenierung
Tauwerk begleitet die Seefahrt seit Jahrhunderten. Durch Flechten, Wickeln und Verdrehen entstehen aus einzelnen Fasern stabile Seile, die bis heute ein wichtiger Bestandteil maritimer Handwerkskunst sind. Genau diese Techniken und die markante Optik des Tauwerks bilden die Grundlage für das Design. Die Korsage von Uzay Özalp greift Struktur, Materialität und Flechtkunst auf und übersetzt sie in eine neue Form. Unterschiedlich angeordnete und miteinander verflochtene Taue erzeugen ein haptisches Statement-Piece, das an traditionelle Seilkonstruktionen erinnert und gleichzeitig eine feminine Silhouette schafft. Aufgewachsen in einer Friseurfamilie, wollte die Designerin Haare neu denken. So entstanden „Verflochtene Horizonte“ – Hüte aus upgecycelten synthetischen Haaren, geformt in maritime Flechtmuster. Tauwerk wird hier nicht nur als funktionales Material verstanden, sondern als Inspirationsquelle für ein modernes Designobjekt.
+++ DECK 3 +++
ANTRIEBSKRAFT UND GLAMOUR (Spot 3)
Von industrieller Funktion zu modischer Form
Mit der Industrialisierung veränderte sich die Schifffahrt grundlegend. Neue Antriebstechniken machten Schiffe schneller, leistungsfähiger und unabhängiger von Wind und Strömung. Im Maschinenraum wurde dieser Wandel sichtbar: filigranere Konstruktionen, präzisere Bauteile und metallische Oberflächen prägten eine neue Dynamik und Ästhetik , die in der Inszenierung in die Gegenwart übersetzt werden. Die Farbigkeit der Sonnenbrillen bildet einen bewussten Kontrast zu den historischen Kupferelementen. Wellenförmige Strukturen greifen die Dynamik der Bewegung auf. Vergangenes und Zeitgenössisches treffen hier aufeinander und erzeugen ein Spannungsfeld zwischen Funktionalität und Ästhetik. Das Hutdesign der AMD-Studentin Noemi Franck, inspiriert von den Strömungen der rotierenden Schiffsschraube, bildet eine skulpturale Silhouette. „Propulsion“ steht für Transformation und übersetzt die Kraft industrieller Systeme in ein zeitgenössisches Designobjekt.
IM GEDÄCHTNIS DES HOLZES (Spot 4)
Von Wäldern, Duftspuren und dem Ursprung der Seefahrt
Über Jahrhunderte hinweg bestimmten Eiche, Ulme oder Zeder den Bau großer Schiffe, lange bevor Eisen und Stahl die Werften veränderten. Auf Deck 3 erzählen historische Exponate vom enormen Bedarf an Holz, der Landschaften veränderte, Handelswege entstehen ließ und Wälder zu einem zentralen Rohstoff der Seefahrt machte. Zwischen Baumstämmen und Rindenstrukturen wird die Verbindung zu den ursprünglichen Materialien aufgegriffen und in einen modernen gestalterischen Kontext übertragen. So entsteht ein Dialog zwischen Natur, Handwerk, Herkunft und maritimer Geschichte. Unsere Inszenierung greift die Bedeutung von Holz auf und zeigt, wie der Werkstoff bis heute in neuer Form weiterlebt. Hier werden Düfte präsentiert, deren Verschlusskappen aus unterschiedlichen Holzarten gefertigt sind. Das natürliche Material vermittelt Wertigkeit und eine besondere Nähe zur Natur. Gleichzeitig verbinden viele Menschen Holz mit warmen, natürlichen und hochwertigen Duftwelten. Die Flacons zeigen, wie ein Werkstoff, der über Jahrhunderte die maritime Geschichte geprägt hat, auch in modernen Designobjekten seinen Platz findet und bis heute für Qualität, Herkunft und Authentizität steht.
UNTER DRUCK GEFORMT (Spot 5)
Über die neue Materialität des 19. Jahrhunderts
Mit dem 19. Jahrhundert begann ein grundlegender Wandel im Schiffbau. Eisen und Stahl sowie genietete Stahlplatten verdrängten zunehmend traditionelle Holzkonstruktionen und veränderten die Bauweise der Schiffe und Werften. Schützende Beschichtungen machten größere und widerstandsfähigere Schiffskörper möglich und wurden zum sichtbaren Ausdruck industrieller Entwicklung und technischer Präzision. Die Inszenierung greift diese industrielle Ästhetik auf: Metallische Oberflächen und Nietenstrukturen erinnern an technische Verbindungselemente und übertragen die Materialität des Schiffbaus in einen zeitgenössischen Gestaltungskontext. Denn die goldenen Nieten an der Ledertasche und dem Ledergürtel treten nicht mehr als funktionales Bauteil auf, sondern als bewusst eingesetztes Gestaltungselement. Ihre glänzenden Oberflächen ziehen den Blick auf sich und verleihen den Objekten Charakter und Wertigkeit. So wird sichtbar, wie sich ein ursprünglich rein praktisches Detail über die Zeit hinweg zu einem ästhetischen Merkmal entwickelt hat.
DIE KUNST DES TREIBENS (Spot 6)
Traditionelles Handwerk neu interpretiert
Mit dem Binsenboot vom Titicaca-See begegnet uns eine der ältesten Formen menschlicher Fortbewegung auf dem Wasser. Gefertigt aus dicht gebundenen Totora-Schilfbündeln, wurde es über Jahrhunderte in Bolivien und Peru als Fischer- und Transportboot genutzt. Seine Konstruktion zeigt, wie eng Naturmaterialien, Handwerk und maritime Mobilität miteinander verbunden sind. Die geflochtenen Strukturen und natürlichen Materialien werden in der Inszenierung aufgegriffen und zeitgenössisch interpretiert, wobei Form, Textur und handwerkliche Präzision in den Mittelpunkt rücken. Über dem Boot schweben Hüte, deren geflochtene Strukturen an die handwerkliche Machart des Binsenboots erinnern. Obwohl sie einem völlig anderen Zweck dienen, verbindet beide Objekte die Verarbeitung natürlicher Materialien und die Kunst des Flechtens. Gleichzeitig erzählen die Hüte von einer weiteren Parallele: Als Schutz vor der Sonne sind Kopfbedeckungen auf dem Wasser ebenso wichtig wie an Land.
SIGNAL IN ROT (Spot 7)
Präzision, Steuerung und starke Farbe
Das rote Flossenruder des Typs „SC“ von Becker Marine Systems, das sogenannte Becker-Ruder, gilt als wichtige Neuerung im Bereich der Schiffssteuerungsanlagen. Durch seine bewegliche Flosse erzielt es eine zwei- bis dreifach größere Ruderwirkung als herkömmliche Systeme und steht für Kontrolle, Wendigkeit und technische Präzision auf See. Die Inszenierung greift die Dynamik des Ruders auf und macht sie sichtbar. Während das rote Kleid durch seine fließende Silhouette Bewegung andeutet, erzeugen die frei hängenden Elemente eine Leichtigkeit, die an Wellen und Strömungen erinnert. Wie die bewegliche Flosse des Ruders ihre Wirkung erst im Wasser entfaltet, entsteht auch hier ein Eindruck von Dynamik. Das kräftige Rot verbindet beide Objekte visuell miteinander und lenkt die Aufmerksamkeit auf ihre besondere Formensprache.
DIENST AN DECK (Spot 8)
Kontrolle, Sicherheit und rote Details
Der Kesselwasserstand, gefertigt um 1900, diente dazu, den Wasserstand eines Dampfkessels sichtbar und kontrollierbar zu machen – ein entscheidender Sicherheitsfaktor an Bord. Die roten Griffe lenken Aufmerksamkeit, machen wichtige Bauteile sichtbar und stehen bis heute für Sicherheit, Warnung und Orientierung. Diese Signalwirkung findet sich auch in der Mode wieder. Als ausdrucksstarke Farbe zieht Rot den Blick auf sich, setzt bewusste Akzente und verleiht Objekten eine besondere Präsenz. So zeigt die Inszenierung, wie dieselbe Farbe in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt wird und dabei über ihre ursprüngliche Funktion hinaus eine starke visuelle Wirkung entfaltet.
+++ Deck 4 +++
MARITIME UNIFORM (Spot 9)
Von Borduniformen zu Fashion Codes
Matrosenuniformen mit dunkelblauem Stoff, klaren Silhouetten und vergoldeten Uniformknöpfen dienten nicht nur als Kleidung an Bord, sondern erfüllten eine konkrete Funktion. Sie machten Rangordnungen sichtbar, stärkten das Gemeinschaftsgefühl und sorgten für Wiedererkennbarkeit auf See. Die reduzierte Farbwelt aus Blau, Weiß und Gold prägt die maritime Bildsprache bis heute und ist zugleich eine wiederkehrende Inspirationsquelle für die Mode. Die Inszenierung greift diese historische Formensprache auf und übersetzt sie in eine moderne Interpretation der maritimen Uniform. Farben, klare Linien und charakteristische Elemente der Seemannskleidung werden neu kombiniert und von ihrer ursprünglichen Funktion gelöst. Aus der Uniform als Zeichen von Zugehörigkeit und Ordnung wird auf dem Catwalk ein zeitgenössisches modisches Statement.
+++ Deck 7 +++
GEBORGEN AUS DER TIEFE (Spot 10)
Von Forschung und Fundstücken
Auf Deck 7 erzählen Tauchroboter, Messinstrumente und Modelle davon, wie Menschen seit Jahrhunderten versuchen, das Meer zu erforschen und sichtbar zu machen, was unter der Oberfläche verborgen liegt. Der gelbe Backengreifer steht dabei für genau diesen Gedanken: suchen, bergen und entdecken. Daran knüpft auch die Inszenierung an. Gelbe Fundstücke wirken wie ein Schatz, der gerade aus der Tiefe des Meeres geborgen wird. Die Farbe greift dabei eine typische Farbgebung der Unterwassertechnik auf, bei der Gelb durch seine hohe Sichtbarkeit zum Einsatz kommt. Kette und Greifer verbinden die technische Welt der Tiefseeforschung mit einem modernen Modeobjekt. So treffen Forschung, Fundstücke und Gestaltung aufeinander, ohne den ursprünglichen Charakter des Ortes zu verlieren.
REISE IN DIE FORSCHUNG (Spot 11)
Wo altes Wissen auf neue Vorstellungskraft trifft
Ein Meeresvulkan, der von den archaischen Naturgewalten unserer Erde zeugt. Tauchroboter, die von menschlichem Entdeckergeist erzählen. Dazwischen eine Modeinszenierung, die die Folgen unseres Konsumverhaltens thematisiert und zeigt, wie aus scheinbar Verlorenem neue Bedeutung und Schönheit entstehen kann. Im Designprojekt „Waste to Value“ der Modekommunikationsstudentin Lisa Heuckelbach verbinden sich Materialforschung, Meeresschutz und modische Formfindung. Ausgangspunkt ist die Frage, wie aus den Folgen von Überfischung und Abfallproduktion gestalterisch neuer Wert entstehen kann. Geborgene Fischernetze, die in den Weltmeeren zur Gefahr für ganze Ökosysteme werden, erhalten durch Design einen neuen Lebenszyklus. Gekrönt wird die Inszenierung durch eine skulpturale Hutkreation, die in Zusammenarbeit mit der Hutmanufaktur Hut Falkenhagen entstand. Aus einem Material, das einst als Teil eines zerstörerischen Kreislaufs im Meer zurückblieb, wird so eine Geschichte über die Beziehung zwischen Mensch und Meer, zwischen naturwissenschaftlicher Forschung, gestalterischer Transformation und verantwortungsvollem Handeln. Unterstützt wurde das Projekt von Ghost Diving Germany e. V., einer Organisation, die seit über zehn Jahren weltweit verlorene Fischernetze aus den Meeren birgt. Unser Dank gilt Kai Wallasch und Ghost Diving Germany e. V. für die Sachspende und die freundliche Zusammenarbeit.
+++ Deck 8 +++
VON FREIHEIT, LICHT UND DEM RUF DER FERNE (Spot 12)
Ein Dialog mit historischen Segeln
Zwischen den Marinemalereien des 20. Jahrhunderts entfaltet sich auf Deck 8 eine Inszenierung, in der die Sehnsucht nach Ferne und Freiheit spürbar wird. Die historischen Gemälde erzählen von der Blütezeit der niederländischen Seefahrt, als Segelschiffe die Weltmeere durchquerten und zum Sinnbild von Aufbruch, Orientierung und Entdeckung wurden. Lichtdurchlässig und kraftvoll zugleich, vom Wind gespannt oder beinahe schwerelos, formen Segel Himmel und Horizont, spiegeln Wetter, Bewegung und Weite und ziehen den Blick bis heute in die Ferne. Diese Ästhetik greift Modedesign-Student Leonard Koukal mit seinem Werk „Segelhut“ und der Inszenierung auf. Die klare Silhouette und der Farbton des Huts erinnern an ein gesetztes Segel an Bord. So werden die Gedanken von Fortbewegung und Aufbruch aus der maritimen Bildwelt in ein zeitgenössisches Design umgesetzt.
FRAGILE FORMEN & MARITIME INSPIRATION (Spot 13)
Von Schwebe, Zerbrechlichkeit und schimmerndem Glanz
Als weiterer kostbarer Schatz fügt sich die Tasche in die Schatzkammer des Museums ein. Umgeben von schimmernden Steinen und selbst mit funkelnden Details besetzt, erinnert sie an ein wertvolles Objekt. Die Inspiration dafür findet sich in der benachbarten Vitrine: Das filigrane Glasschiff verbindet maritime Geschichte mit traditioneller Glaskunst. Masten, Wanten und Segel sind vollständig aus Glas gefertigt und lassen das historische Segelschiff durch seine Transparenz und feine Struktur beinahe schwerelos erscheinen. Licht und Spiegelungen verleihen dem seltenen Exponat einen schimmernden, fragilen Charakter. Diese Eigenschaften finden sich in der Tasche wieder. Der glänzende Stoff erinnert an die Klarheit des Glases, während die reflektierenden Steine dessen Lichtspiel aufnehmen. So verbindet die Inszenierung die Kostbarkeit des Glasschiffs mit der Ästhetik eines modernen Modeobjekts.
HINTER DEM HORIZONT (Spot 14)
Wo Bilder beginnen zu erzählen
Seit Jahrhunderten versuchen Menschen, das Meer nicht nur zu bereisen, sondern auch festzuhalten. Auf Deck 8 zeugen maritime Gemälde von der besonderen Beziehung zwischen Mensch und Ozean und erzählen von Sehnsucht, Freiheit und der Faszination für die Weite des Meeres. Das Gemälde „Seestück“ von Johannes Holst greift genau diese Stimmung auf: Licht, Wind und Wellen verschmelzen zu einer bewegten Szenerie, die die gewaltige Präsenz des Ozeans erfahrbar macht. Das charakteristische Farbenspiel und die Form der sich aufbäumenden Wellen dienten AMD-Studentin Jolina Lemke als Inspiration für ihren Hut „L’Onde“ (französisch für „die Welle“). Angeregt von Holsts Gemälde verbindet das Design skulpturale Eleganz mit fließender Leichtigkeit. Die dynamische Form des Huts scheint die Wellen des Gemäldes über dessen Rahmen hinaus in den Raum weiterzuführen. Auch die präsentierte Tasche greift die Farbwelt des „Seestücks“ auf: Ihr Verlauf lässt Himmel, Wasser und Licht ineinanderfließen und setzt die Bildkomposition außerhalb der Leinwand fort. Historische Malerei wird übersetzt in eine moderne Designsprache von Naturgewalt, Bewegung und menschlichem Sehnen.
JENSEITS DER SEE (Spot 15)
Maritime Muster auf neuen Wegen
Über Jahrhunderte bilden maritime Muster bis heute eine eigene Bildsprache. Sie erzählen von Fernweh, Fundstücken und Entdeckungen ferne Orte. Heute begegnen sie uns weit über die Schifffahrt hinaus und haben ihren Weg in die Mode gefunden. Die Inszenierung spielt mit diesem Wandel: Was einst eng mit dem Meer verbunden war, löst sich von seinem Ursprung und findet in einem neuen Umfeld seinen Platz.
Peter Tamm zum Honorarkonsul Brasiliens ernannt

Museumsvorstand Peter Tamm ist Ende Juli zum Honorarkonsul der Föderativen Republik Brasilien in Hamburg ernannt worden. In dieser Funktion wird er künftig die Beziehungen zwischen Brasilien und Norddeutschland stärken und als Ansprechperson für konsularische, wirtschaftliche und kulturelle Anliegen tätig sein.
Herzlichen Glückwunsch zur Ernennung zum Honorarkonsul und viel Erfolg bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe!
Bildnachweis: Senat der Freien und Hansestadt Hamburg – Senatskanzlei
AUSGEBUCHT - Tag des offenen Denkmals: „Der Kaispeicher B - Architektur und Geschichte“

Der Kaispeicher B ist der älteste Speicher im Hamburger Hafengebiet. Er wurde 1878/79 von B. G. J. Hansen und W. E. Meerwein im neogotischen Stil als Silo- und Bodenspeicher erbaut. Ab 2006 wurde er unter der Leitung der Architektin Mirjana Markovic und unter maßgeblicher Mithilfe der Baufirma Otto Wulf renoviert. Am 25. Juni 2008 eröffnete in seinen Räumlichkeiten das Internationale Maritime Museum Hamburg. Zum Tag des offenen Denkmals laden wir Sie zu einer Architektur- und Museumsführung ein.
Dauer 120 Minuten.
Treffpunkt in der Passage.
Führung kostenfrei.
Bitte beachten Sie, dass die Teilnahme nur mit Voranmeldung möglich ist. Aktuell sind leider alle Plätze belegt. Sollten kurzfristig Plätze frei werden, informieren wir Sie an dieser Stelle.
Ein Sonntag für die Kids: der Elbsommer am 2. August im IMMH
Unser Action-Tag für Kids: Elbsommer im IMMH am 2. August
Aufgepasst, Piratinnen und Seebären (und alle, die es werden wollen)! Am Sonntag, den 2. August ist es wieder so weit: Wir laden euch und eure Eltern ein zu unserem Action-Nachmittag im Rahmen des diesjährigen Elbsommers. Auf euch warten u. a.:
- ein Geschicklichkeits-Parcours, bei dem ihr sogar eine Urkunde bekommt
- ein Basteltisch, an dem ihr maritime Buttons herstellen könnt
- eine Station, an der ihr echte Seemannsknoten lernt
Das Familien-Event ist gratis zugänglich und findet am Sonntag, dem 2. August, auf dem Vorplatz vor dem Museum statt und bietet von 13 bis 17 Uhr jede Menge Spaß für Groß und Klein.
Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!

Das IMMH ist offizieller Partner der Veranstaltungsreihe Elbsommer, die seit über 20 Jahren die elbnahen Stadtteile während der Sommermonate belebt. Plätze, Parks und Promenaden der HafenCity und in Rothenburgsort verwandeln sich in pulsierende Treffpunkte und bieten dank zahlreicher Unterstützer: innen und Fördernden ein breites Spektrum an nicht-kommerziellen und kostenlosen Veranstaltungen. Von Juni bis August bieten sowohl etablierte als auch neue Partner:innen jedes Wochenende ein abwechslungsreiches Programm aus Kultur, Geschichte, Sozialem, Unterhaltung, Musik und Bewegung.
Wir sind volljährig! Vor 18 Jahren eröffnete das IMMH
Am 25. Juni 2008 wurde das Internationale Maritime Museum Hamburg (IMMH) feierlich eröffnet. Damals wohnten dem Festakt u. a. der Bundespräsident Horst Köhler und Hamburgs Erster Bürgermeister Ole van Beust bei. In den Folgejahren zählten immer wieder gekrönte Häupter, ranghohe Politiker sowie illustre Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur zu den Gästen des historischen Kaispeichers B. Zugleich erfreut sich das Museum großer Beliebtheit in der breiten Bevölkerung.
Denn was einst als Privatsammlung des Gründers Prof. Peter Tamm Sen. in der Elbchaussee begann, ist mittlerweile fest in der Hamburger Kulturlandschaft verankert und heißt seit 18 Jahren ein internationales Publikum willkommen. So konnte – und das ist neben dem Eröffnungsjubiläum die zweite schöne Zahl aus dem Juni 2026 – vor wenigen Tagen der zweimillionste Museumsbesucher begrüßt werden.
„Die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Dauerausstellung, ergänzt durch attraktive Sonderausstellungen, ist die Grundlage dafür, auch künftig ein großes Publikum anzusprechen“, betont Vorstand Peter Tamm. Der laufende Museumsbetrieb wird von rund 50 Festangestellten aus unterschiedlichsten Berufsfeldern sowie zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen.


2 Millionen Gäste! Das IMMH knackt Rekordmarke
Wir haben Grund zu feiern! Das Internationale Maritime Museum Hamburg (IMMH) empfing im Juni den zweimillionsten Besucher seit seiner Eröffnung im Jahr 2008.
Die Jubiläumsgäste, Familie Österberg aus Schweden, wurden von den beiden Vorständen des Museums, Peter Tamm und Jan Tersteegen, persönlich empfangen und erhielten als Dankeschön eine Familien-Jahreskarte für das Museum sowie einen Blumengruß. „Die Marke von zwei Millionen Besucherinnen und Besuchern ist für uns ein besonderer Moment. Sie belegt, dass unser Haus ein fester Bestandteil der Hamburger Museumslandschaft ist. Wir freuen uns über das Interesse an unseren Ausstellungen und danken allen Besucherinnen und Besuchern für diesen Zuspruch“, freute sich Peter Tamm.

Tag der Archive 2026: Das IMMH nimmt teil!
Tag der Archive 2026
"Alte Heimat - neue Heimat"
Am Samstag, den 7. März 2026 von 10:00 – 17:00 Uhr, laden die Hamburger Archive Sie herzlich ein, hinter die Kulissen zu blicken. An diesem Tag präsentieren zahlreiche Institutionen in der Hansestadt ihre Schätze und bieten Ihnen so die Möglichkeit, die Vielfalt der Hamburger Archivlandschaft zu entdecken. In diesem Jahr erstmals nicht nur im Staatsarchiv Hamburg, sondern auch im Forum der Handelskammer Hamburg.
Archive sind weit mehr als bloße Lagerstätten für vergilbtes Papier; sie sind das Fundament unserer Identität und die Hüter der Wahrheit. In einer offenen, toleranten und demokratischen Gesellschaft erfüllen Archive eine lebenswichtige Funktion, die weit über die Geschichtspflege hinausgeht. Sie sorgen für Transparenz, indem sie das Handeln von staatlichen Behörden und anderen Entscheidungsträgern nachvollziehbar halten. Sie sichern Rechtsansprüche, die durch die verwahrten Materialien dokumentiert sind. Und die Vielfalt der Archivlandschaft sorgt dafür, dass ein möglichst vollständiges und diverses Bild unserer heutigen Gesellschaft erhalten bleibt.
Auch in Hamburg bilden neben dem Staatsarchiv als Verwahrstelle der Unterlagen von Senat, Bürgerschaft und Verwaltung noch verschiedene andere Archivtypen jeweils eine spezifische Facette des Hamburger Lebens ab:
- Wirtschaftsarchive: Hamburg als Welthandelshafen lebt durch seine Unternehmen und Wirtschaftsorganisationen. Unternehmensarchive (wie die, des Außenhandelsunternehmens Behn Meyer, der Hochbahn, Montblanc oder verschiedener Reedereien) oder das Archiv der Handelskammer Hamburg und übergreifend die Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv bewahren Handelsbücher, Pläne, Korrespondenzen und Objekte auf. Sie machen nachvollziehbar, wie Hamburg zum „Tor zur Welt“ wurde.
- Das Hamburgische Architekturarchiv dokumentiert den Wandel des Stadtbildes und sichert Baupläne und Modelle, die zeigen, wie Hamburgs ikonische Skyline und seine Wohnquartiere entstanden sind.
- Rundfunkarchive wie das Archiv des NDR bewahren das audiovisuelle Erbe. Tondokumente und Filmaufnahmen fangen die Atmosphäre der Jahrzehnte ein: Vom Dialekt der Straße bis hin zu historischen Berichterstattungen über Sturmfluten oder den G20-Gipfel.
- Archive wissenschaftlicher Einrichtungen wie das der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg sammeln private Nachlässe und Unterlagen zivilgesellschaftlicher Organisationen, die die Vielfalt gesellschaftlicher und alltagsgeschichtlicher Entwicklungen abbilden.
Eckdaten auf einen Blick:
- Wann: Samstag, 7. März 2026, 10:00 – 17:00 Uhr
- Wo: Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1
- Eintritt: kostenfrei.

Ausgewählte Objekte zum Tag der Archive aus den Beständen des IMMH
Der Hamburger Hafen ist in unserem Archiv, den Sammlungsobjekten und der Bibliothek ein immer präsenter Ort. Von Hamburger Werften und den zahlreichen Linienrissen und Bauplänen über künstlerische Darstellungen bis hin zu einem großen Korpus an Literatur sowie zeitgenössischen Zeitschriften und Zeitungen reicht das Spektrum der Materialien. Bei der Betrachtung dieser Materialien wird die Entwicklung des Hamburger Hafens immer wieder deutlich. Sie ist eng mit der wirtschaftlichen, politischen und infrastrukturellen Geschichte Norddeutschlands verbunden. Anlässlich des Tags der Archive 2026 haben wir aus jedem Bestand ein Stück „anno dazumal“ herausgesucht, das das Hamburg und seine Bewohner von gestern zeigt.
Aus dem Bestand TSINGTAU
Fotografien sind ein großer Bestandteil unserer Sammlung, dies gilt auch für das Teilarchiv zur ehemaligen deutschen Kolonie Kiautschou. Sie sind stets Produkte ihrer Entstehungszeit und der jeweiligen historischen Kontexte. Erkenntnisse lassen sich dabei nicht nur aus dem inszenierten Bild selbst gewinnen, sondern ebenso aus den Intentionen der aufnehmenden Personen sowie den sozialen Rahmenbedingungen der Produktion (1). Die hier präsentierten Fotografien wurden daher aufgrund ihres doppelten Kontextes ausgewählt: Sie dokumentieren einerseits private Lebenswelten deutscher Kolonialangehöriger in Tsingtau (heute Qingdao) und verweisen andererseits auf die lokalen Strukturen innerhalb der kolonialen Gesellschaft (2).
Die deutsche Kolonialstadt Tsingtau wurde nach der Besetzung des Gebietes im Jahr 1897 zu einer „neuen Heimat“ für eine kleine deutsche Bevölkerung. Gleichzeitig entstanden neue, durch koloniale Machtverhältnisse geprägte Lebensräume für lokale Bevölkerung sowie für Menschen aus angrenzenden Regionen Ostasiens (3). Diese Ambivalenz von „alter“ und „neuer“ Heimat wird in den Fotografien besonders anschaulich: Festgehalten sind unterschiedliche Stationen des Familienlebens – von der Darstellung eines vor Ort geborenen Kleinkindes über Aufnahmen des Wohnhauses und Einzelporträts bis hin zu Gruppenbildern mit Bekannten sowie einem Familienporträt im Anschluss an eine Beerdigung. Die Fotografien dokumentieren damit nicht nur private Erinnerungsmomente, sondern zugleich Prozesse der Verortung innerhalb eines kolonialen Umfeldes.
Hervorzuheben ist, dass sich hinter der Kamera keine deutschen Fotografen befanden. Die Aufnahmen stammen aus drei Ateliers, darunter das Studio von T. Takahashi, einem japanischen Fotografen mit Sitz in Tsingtau. Eine Anzeige im Adressbuch von 1914 weist sein Atelier in der Friedrichstraße gegenüber der Hamburg-Amerika-Linie aus (4). Für die beiden weiteren Fotografen – Yung Fang sowie das Atelier Yung Tschang & Co., beide im Stadtteil Tapautau gelegen – konnten bislang keine weiterführenden biografischen Informationen ermittelt werden. Die vorliegenden Familienfotografien aus dem Nachlass zeigen, dass koloniale Alltagswelten von transkulturellen Begegnungen geprägt waren.
Die räumliche Verteilung der Ateliers verweist zugleich auf die soziale Segregation innerhalb der Kolonialstadt. Chinesische Bewohner durften erst ab 1914 und nur mit Genehmigung der kolonialen Verwaltung im sogenannten Europäerviertel wohnen. Zuvor war ein Zusammenleben aufgrund hygienischer und kolonialrassistischer Begründungen weitgehend ausgeschlossen. Fotografische Ateliers spiegelten diese Ordnung wider, da sie sich entsprechend der Bevölkerungsstruktur und Zugänglichkeit urbaner Räume entwickelten (5).
Das Adressbuch von 1914 nennt zudem den Familienvater, mit dem die Fotografien verbunden sind. Er war zwischen etwa 1902 und 1914 als Hafenamtsschreiber tätig. Innerhalb dieser zwölf Jahre veränderte sich nicht nur sein Arbeitsplatz, der Hafen, enorm. Große infrastrukturelle Entwicklungen gingen einher mit sozialen Umbrüchen innerhalb der chinesischen Gesellschaft. So initiierten die lokale Kaufmannschaft und städtische Eliten die Gründung einer chinesischen Handelskammer und bewiesen, etwa auch durch Proteste gegen eine erlassene Kajen-Verordnung, den Willen, die „neue“ Heimat aktiv mitzugestalten (6). Nicht zuletzt zeigte sich dies auch in dem Ablichten deutscher Familien und Personen. Die Bilder lassen sich somit nicht nur individuell-biografisch einordnen, sondern auch institutionell in die koloniale Verwaltungsstruktur einbetten.
Über die Fotografie entsteht damit ein Zugang zur Erfahrung von „neuer Heimat“ in einem kolonialen Kontext – einem Raum, der zugleich von Zugehörigkeit, Machtverhältnissen und kultureller Aushandlung geprägt war.
(1) Zu historischer Bildanalyse siehe: u. a. Elizabeth Edwards, Stuart Hall und Jens Jäger.
(2) IMMH, Archiv, Signatur: K47a, Dokument-Nr.: 182, 185, 193, 199, 201 und 210.
(3) Die Stadtbevölkerung bestand überwiegend aus chinesischen Personen. Eine Volkszählung aus dem Jahr 1910 belegt im Stadtgebiet Tsingtau: 34.180 Chinesen, 1.621 Europäer, 2.275 Personen im Soldatenstand und 167 Japaner. Entnommen aus: Handbuch für das Schutzgebiet Kiautschou, F. W. Mohr, 1911, Bibliothek am IMMH, Signatur: A1/7/7-39438-13
(4) IMMH, Bibliothek, Signatur: A1/7/7-39426-1
(5) „Musterkolonie Kiautschou“: Die Expansion des Deutschen Reiches in China, Hg. von Mechthild Leutner. Bearb. Klaus Mühlhahn, Berlin, 1997, S. 45.
(6) Mühlhahn, Klaus, Widerstand und Herrschaft in der „Musterkolonie“ Kiautschou, 2000, S. 171f.


Aus dem Bestand FOTO UND FILM
Sie stellen eine Dokumentation der Zerstörung dar, zugleich ist ihre künstlerische Qualität aber von herausragender Bedeutung. Jene Aufnahmen, die der Hamburger Berufsfotograph Heinrich Hamann (1883-1975) auf seine Bitte hin im Auftrag der britischen Besatzungsmacht im zerstörten Hafengebiet anfertigte, sind faszinierende Bildzeugnisse des unmittelbaren Nachkriegschaos.
Negativ, Inventar-Nr. 1012/1948
26. Februar 1948
Dampfer „Amicizia“, Sandtorhafen, Kaiserkai, Schuppen 10
Das durch Bomben auseinandergerissene Wrack des Dampfschiffes „Amicizia“ liegt, von Glocken umrahmt, im Sandtorhafen. Die Glocken waren in so mancher Kirche des Reiches und in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten „requiriert“ worden, um das wertvolle Metall der Rüstungsindustrie zuzuführen. In der Blickachse der Kaispeicher B.
Glasnegativ, Inventar-Nr. 24/1945
10. Juni 1945
Dampfer „Henry John“ und Dampfer „Rival“ vor dem Guanofleet
Man muss schon genau hinsehen, um die Reste der gesunkenen Dampfer vor den Häuserruinen im Bereich Johannisbollwerk und Vorsetzen zu finden. Nur noch Mastspitzen und wenige Aufbauten ragen aus dem Wasser. Das Bild wird von drei parallelen horizontalen Linien durchzogen: im Vordergrund ein Holzgerüst, im Mittelgrund die Elbwasserkante und darüber die Trasse der Hochbahn. Dazwischen Chaos und Zerstörung mit Ausnahme des britischen Bergungsschleppers „Salvage Duke“. Heinrich Hamann hat sein Bild zudem so arrangiert, dass das „B“ der Schornsteinmarke des Dampfers „Henry John“ voller Symbolik direkt unter dem Bismarckdenkmal im Hintergrund sitzt.


Aus dem Bestand SPEISEKARTEN
Speisekarte der Nordlandfahrt an Bord der Yacht „Oceana“, 14. August 1910
Inventar-Nr. R7-4037
Nach umfangreichen Umbauarbeiten ergänzte 1906 die „Oceana“ die Nordlandflotte der HAPAG.
„Der Dampfer verfügt über prächtige Gesellschafts- und Unterkunftsräume, eine Turnhalle, ein sehr geräumiges Promenadendeck und zeichnet sich durch eine besonders große Anzahl von Einzelkammern für allein reisende Passagiere und manche andere Annehmlichkeiten aus.“ (HAPAG-Prospekt für Nordlandfahrten 1907)
Für die Titel der Speisekarten und Veranstaltungsprogramme der Polar- und Äquatortaufen wählte die HAPAG Werke der Düsseldorfer Künstlerin Illna Ewers-Wunderwald (1878-1957). Häufig stellen diese in Mischtechnik gearbeiteten Bilder Fantasieabbildungen von Meerestieren dar, wie etwa der fliegende Fisch dieser Speisekarte mit dem Fantasie-Menü zur Polartaufe.


Aus dem Bestand HAMBURG SÜD
Hamburg-Süd Zeitung – Monatsschrift der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft
Inventar-Nr. HS-148465
9. Jahrgang, Nr. 5, Mai 1938
Die am 4. November 1871 gegründete Hamburg-Südamerikanische Dampfschiffahrtsgesellschaft, seit Jahrzehnten kurz und prägnant als Hamburg Süd ein Begriff in der maritimen Welt, hat sich im Laufe ihrer Geschichte international einen Bekanntheitsgrad erworben.
Umsatz bis 2016: 5,637 Mrd. Euro
Mitarbeiterzahl bis 2016: 6.301
Schiffe in Betrieb bis 2016: 177
Am 28. April 2017 haben die Gesellschafter und der Beirat der Dr. August Oetker KG den von der Dr. August Oetker KG mit der Mærsk Line vereinbarten Vertrag über den Verkauf der Hamburg Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft KG (Hamburg Süd) einschließlich aller Tochtergesellschaften sowie der zugehörigen Reedereien genehmigt. Seit dem 1. Dezember 2017 gehört die Hamburg Süd zu A. P. Møller-Mærsk. Das Eigentum der 105 Schiffe von Hamburg Süd und die Verantwortung für das Management der Schiffe liegt mit der Übernahme des Unternehmens bei Maersk in Kopenhagen.
Am 27. Januar 2023 gab Maersk bekannt, fast alle Logistikmarken in die Muttermarke Maersk zu integrieren. Damit wurde auch das Ende des Namens Hamburg Süd beschlossen. Der gleichnamige, seit knapp 60 Jahren am Verwaltungsgebäude in der Willy-Brandt-Straße bestehende Schriftzug, wurde Ende Februar 2023 entfernt.
Am 7. August 2025 wurde die Gesellschaft wegen Verschmelzung mit der Maersk A/S & Co. KG aus dem Handelsregister gelöscht.


Aus dem Bestand HADAG
„MS „Jan Molsen“ fährt wieder (nach gründlicher Überholung) täglich von Hamburg nach Cuxhaven und zurück“
o. Inventar-Nr.
Juni 1946
Jan Molsen
Baujahr: 1925
Bauwerft: H.C. Stülcken & Sohn, Hamburg
Reederei: H.A.D.A.G.
Passagierzahlen: 2998 im Hafenfähreneinsatz, 1749 im Unterelbedienst
Aus dem Bestand BIBLIOTHEK
„Hamburgs Handel und Schiffahrt 1896. Die Einfuhr einzelner Waaren mit Unterscheidung der Herkunftsländer bezw. Transportwege. Tab. 57.“
Inventar-Nr. 63553
1896
Hamburg: Schröder & Jeve
Im Jahr 1896 wurde Kaffee im Wert von 91,4 Millionen Mark aus Brasilien in den Hamburger Hafen eingeführt.




